„Mars One“ geht in die 3. Runde, leider ohne mich – Aber die Suche nach dem Besseren Leben geht weiter!

(Bild:  Ig0rZh - Fotolia.com)

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100 internationale Bewerber_innen haben sich bei der niederländischen Stiftung „Mars One“, die ab 2024 Menschen zum Mars schicken möchte, für die 3. Runde des Auswahlverfahrens qualifiziert. Zunächst hatten es von den über 200.000 Bewerber_innen weltweit  neben mir persönlich  noch 659 weitere Kandidat_innen in die zweite Auswahlrunde geschafft. Auch wenn ich selbst nicht mehr „im Rennen“ um eines der möglichen „One-Way-Tickets“ bin, möchte ich dem Projekt und den angehenden Marsianer_innen maximale Erfolge wünschen. Auch in Zukunft möchte ich weiterhin dafür werben, dass dieses Vorhaben die Chance für einen breiten Diskurs über die gesellschaftlichen Probleme nutzt und der wissenschaftliche Anspruch auch im weiteren Verlauf immer im Mittelpunkt steht.

Mit großer Begeisterung hatte ich mich im August 2013 um einen der Ausbildungsplätze zum Mars-Astronauten beworben: Die Kombination von bahnbrechender wissenschaftlicher Forschung, dem Versuch einer erfüllten Menschheitsvision von Gesellschaft ohne Klassenherrschaft, Geldwirtschaft und Unterdrückung, kombiniert mit der Idee der geplanten demokratischen Beteiligung an allen Etappen des Projekts verbindet alles, was mir besonders wichtig ist. Im Laufe des gesamten Bewerbungs-Prozesses habe ich mich von Anfang so gezeigt, wie mich auch meine Mitmenschen kennen: als jemand, der Freude daran hat, Neues auszuprobieren, immer wieder dazuzulernen und wissenschaftlich zu arbeiten, vor allem aber als ein Mensch, der sich nicht mit dem Gegebenen zufrieden gibt, der Althergebrachtes hinterfragt und es für unsere aller Pflicht hält, eine Vision davon zu entwickeln, wie wir alle in Zukunft besser leben können – Armut, Leid und Umweltzerstörung in der Welt zwingen uns dazu.

Auch wenn ich mir sehr gewünscht hätte, in der 3. Runde meine Eignung für das Vorhaben unter Beweis zu stellen, war mir von Anfang an bewusst, dass es schwierig werden könnte, die Beauftragten auf digitalem Wege von der eigenen Motivation und Qualifikation zu überzeugen. Den verbliebenen 100 Qualifizierten wünsche ich alles erdenklich Gute auf ihrem zugleich spannenden wie schwierigen Weg  und hoffe, dass sie die historische Gelegenheit nutzen, mit ihrem einstigen ersten Schritt auf dem Mars auch zu zeigen, dass für alle Menschen – auf der Erde wie auf dem Mars – ein besseres Leben möglich ist.

Zu den wenigen für die 2. Runde ausgewählten Kandidat_innen gehört zu haben, empfinde ich als besondere Ehre und auch als Wertschätzung dessen, was mich als Persönlichkeit ausmacht. Die Möglichkeit, von diesem Vorhaben ein Teil gewesen zu sein und die mir wichtigen Themen in den Fokus zu rücken, bedeutet mir viel.

Mein ganz besonderer Dank gilt meiner Familie und meinen Freund_innen, die mich in den vergangenen Monaten begleitet und unterstützt haben. Besonders gefreut habe ich mich über die vielen motivierenden Zuschriften, zustimmenden Kommentare und vor allem über die kritischen Fragen, durch die alte Wahrheiten immer wieder auf den Prüfstand gestellt werden und hoffentlich durch neue Ideen ersetzt werden.

Ich möchte alle dazu einladen, gemeinsam eine Vorstellung davon zu entwickeln, wie wir in Zukunft gut leben werden. Auch ganz persönlich möchte ich mich daran beteiligen – natürlich auch von der Erde aus. Daher bleibt auch in Zukunft mars.denis-newiak.de als Plattform der gelebten Diskussion online. Dem Projekt wünsche ich von ganzem Herzen, dass seine erstrebenswerten Ziele einst Wirklichkeit werden.

Neues zum Bewerbungsverfahren: 663 Kandidat_innen warten auf Interview

(Bild: Bryan Versteeg/Mars One)

(Bild: Bryan Versteeg/Mars One)

In diesen Tagen hat “Mars One” neue Einzelheiten zum weiteren Verlauf des Bewerbungsverfahrens zur Teilnahme am vielleicht gewagtesten Projekt der Menschheit mitgeteilt: Die 663 Kandidat_innen um voraussichtlich 24 Ausbildungsplätze zur oder zum Mars-Astronaut_in sollen “in den nächsten Monaten” zu einem persönlichen Interview mit Norbert Kraft, dem “Chief Medical Officer” eingeladen werden. Zuvor hatte die Stiftung die Kandidat_innen informiert, dass sie während Ihres Interviews nicht nur zu ihrer individuellen Motivation, sondern auch stichprobenartig zu fachlichem Wissen und zu Kenntnissen um das Projekt selbst abgefragt werden. Außerdem sollen Menschen auf aller Welt die Möglichkeit bekommen, nach Verkündung des Auswahlergebnisses die Bewerber_innen und ihre Geschichte besser kennenzulernen und auch in das Auswahlgespräch selbst Einblick zu erhalten: Mars One bietet dazu Pressevertreter_innen an, exklusiv von den Interviews zu berichten. Über die aktuellen Entwicklungen halte ich hier auf dem Laufenden. Noch schneller erhalten ihr alle Neuigkeiten mit meinem Newsletter.

Mars One: Nur noch 706 Kandidat_innen im Rennen um ersten bemannten Flug zum Mars

Am Mittwoch, dem 30. April 2014, hat mich Mars One darüber informiert, dass ich einer von 706 Kandidat_innen bin, die zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch durch ein Kommitee des Projekts eingeladen werden. In einer E-Mail, die alle für das Interview qualifizierten Bewerber_innen erhalten hatten, heißt es:

We’re writing you today to confirm that you are one of 706 candidates that will be invited for an interview in your region with a Mars One selection committee.
From the originally 1058 pre-selected astronaut candidates, nearly one-third dropped out in the first phase of this selection round.

Die rund 300 ausgeschiedenen Kandidat_innen hätten es entweder versäumt, ihr Bewerbungsprofil öffentlich zugänglich zu machen, seien von ihrer Bewerbung zurückgetreten oder hätten das erforderliche medizinische Gutachten nicht eingereicht. Mars One hatte alle für die 2. Runde Qualifzierten Anfang Januar darum gebeten, innerhalb von zwei Monaten eine umfangreiche ärztliche Untersuchung an sich durchführen zu lassen, um damit nachzuweisen, dass sie grundsätzlich aus physiologischer und psychologischer Sicht für das Vorhaben geeignet sind.
Im Laufe der kommenden Monate teilt Mars One den verbliebenen Bewerber_innen mit, wann und wo sie die Möglichkeit haben werden, “Wissen, Intelligenz, Anpassungsfähigkeit und Persönlichkeit” zu präsentieren. Sobald ich nähere Informationen über das Auswahlgespräch habe, werde ich sie auf mars.denis-newiak.de mitteilen.

Qualifiziert für die enge Auswahl potentieller Mars-Astronauten!

News zu meiner Bewerbung bei "Mars One"

News zu meiner Bewerbung bei “Mars One”

Mit meiner Bewerbung, an der ersten bemannten Mission zum Mars im Jahr 2025 teilzunehmen, habe ich mich beim niederländischen gemeinnützigen Projekt „Mars One“ für die nächste Runde qualifiziert. Von den über 200.000 internationalen Bewerber_innen, die sich mit Vorstellungsvideo und verschiedenen Motivationsschreiben um die Teilnahme an der Mission beworben hatten, wählte die Kommission von „Mars One“ 1.058 Personen aus, die nun in der engeren Auswahl stehen, an der privat finanzierten Mars-Mission teilzunehmen, wie „Mars One“ heute per E-Mail an die Qualifizierten mitteilte.

Gemeinsam mit den anderen ausgewählten Teilnehmer_innen werde ich im kommenden Jahr verschiedenen Tests und Simulationen unterzogen, die die generelle physische und mentale Tauglichkeit feststellen sollen. Im Anschluss werden die Kandidat_innen auf voraussichtlich sechs Viererteams reduziert, die ab 2015 ein Vollzeit-Training einschließlich wissenschaftlicher Ausbildung und Echtzeit-Simulation absolvieren werden, um sich auf die harschen Bedingungen auf dem Mars und die Reise dorthin vorzubereiten. „Mars One“ möchte den selbst kalkulierten benötigten Bedarf von sechs Milliarden Euro durch Werbung. Medienlizenzen und bereits laufendes „Crowd Funding“ decken. Der im Unterschied zu NASA- und ESA-Kalkulationen erheblich geringere Kostenaufwand resultiert aus dem Plan, dass die Astronaut_innen nicht vom Mars zurückkehren, sondern dort eine dauerhafte Forschungsstation bewohnen – einer der zentralen Kritikpunkte an dem Vorhaben.

„Mars One“ stellt für mich ein bisher einzigartiges Projekt dar, in welchem ich verschiedenste Ansätze zur Lösung zentraler Gegenwartsprobleme verwirklicht sehe: Zum Ersten liegt die praktische astronomische Forschung derzeit hinter ihren technischen Möglichkeiten, die eine bemannte Forschungsreise bereits heute möglich macht, während die staatlichen Raumfahrtagenturen eine solche Mission erst für die 2030er Jahre durchführbar; zum Zweiten handelt es sich um ein originelles Konzept, breite Bevölkerungsschichten aus aller Welt an der Durchführung der Mission zu beteiligen, beispielsweise durch die Live-Berichterstattung direkt vom Nachbarplaneten, was das Interesse für astronomische Zusammenhänge auf unterhaltende und spannende Weise erhöhen wird; zum Dritten erfordern Umweltzerstörung, Massenarmut und politisch-ökonomische Dauerkrise ein grundsätzliches Neudenken menschlicher Gesellschaft und damit auch die Bereitschaft zum Erproben neuer sozialer Systeme, wozu auch gehören sollte zu verstehen, wie eine Siedlung außerhalb der Erde dauerhaft funktionieren könnte – das wäre ein neuer Ansatz, die anhaltende Kluft zwischen Geistes- und Naturwissenschaften sukzessive zu überwinden, was mir ein persönliches Anliegen wäre.

Ich bin bereit, mich mit allen meinen Möglichkeiten an diesem einmaligen Projekt zu beteiligen. Dabei steht für mich weniger das „Abenteuer“ oder die Gewagtheit im Mittelpunkt, sondern die historische Chance, dass Menschen auf aller Welt gemeinsam an eine gemeinsame Sache arbeiten, die größer ist als jede_r Einzelne. Im weiteren Verlauf meiner Bewerbung bin ich auf die Unterstützung der Menschen aus meiner Heimat angewiesen. Im kommenden Jahr werde ich im Rahmen einer Veranstaltung über mein Vorhaben informieren.

Ich bin am 28. Dezember 1988 in Potsdam geboren, Medienwissenschaftler (BA) und Master-Student der Filmwissenschaft an der Freien Universität Berlin. Nebenbei bin ich freischaffend sowie aushilfsweise als Straßenbahnfahrer beim Verkehrsbetrieb Potsdam tätig.

Zur Pressemitteilung von Mars One zur Zweiten Runde auf mars-one.com …

Diese E-Mail des Mars One Selection Committee erreichte mich am 30. Dezember gegen 16 Uhr:

Auszug aus der E-Mail von Mars One vom 30. Dezember 2013

Auszug aus der E-Mail von Mars One vom 30. Dezember 2013