“Mars One”-Bewerbung: Presseschau für die 2. und 3. Kalenderwoche 2014

"Neues Deutschland" vom 14. Januar 2014 (Bild: Ulli WInkler, imago/UPI Photo, Rother)

“Neues Deutschland” vom 14. Januar 2014 (Bild: Ulli WInkler, imago/UPI Photo, Rother)

Auch in den vergangenen zwei Wochen hat die Presse über meine Bewerbung bei “Mars One” und das Erreichen der zweiten Auswahlrunde berichtet.

Auf dieser Seite möchte ich erneut einige dieser Beiträge vorstellen.

Der RBB berichtete am 6. Januar mit einem kurzen Fernsehbeitrag auf ZIBB sowie einem Radiointerview auf Antenne Brandenburg. Im Gespräch hieß es:

[D]as Schöne ist, dass es einerseits ein politisches Projekt ist, in dem Sinne, dass wir ganz neue Diskussionen führen können, aber dass es gleichzeitig nicht voreingenommen ist. Wir können also ganz frei denken und überlegen, wie dort eine Gesellschaft organisiert sein soll. Natürlich wird es auch dort eine Form von politischer Konstruktion geben müssen. Man muss sich überlegen, wie die Situation auf dem Mars sein wird: Die Leute werden vollständig auf sich selbst angewiesen sein. Sie werden selbst wirtschaften müssen. Sie werden sich selbst verpflegen müssen. Sie werden kooperieren müssen. Es wird also eine Form des gemeinschaftlichen Wirtschaftens sein. Das ist etwas, was ich mir auch auf der Erde wünschen würde. Wenn wir das auf dem Mars schaffen können, ist das auch eine Message für das Leben auf der Erde.

Auch das ZDF entschied sich dazu, im Morgenmagazin einen Beitrag auszustrahlen, der am 10. Januar erstmalig übertragen wurde.

Die Potsdamer Neuesten Nachrichten veröffentlichten ein ausführliches Interview am 10. Januar unter der Überschrift „Auf dem Mars ist Gesellschaft anders denkbar“:

Das Experiment kann zeigen, dass Gesellschaft auch anders denkbar ist als auf der Erde. Auf dem Mars werden die Menschen in kleinen Gruppen leben müssen, die alles selbst machen. Da wird es niemanden geben, der die Dienstleistungen erbringt oder jemanden, der das ganze Geld in der Hand hält und die anderen für sich arbeiten lässt. Das wird einfach nicht funktionieren, weil jeder auf jeden angewiesen ist und es eine Form von gemeinschaftlichem Wirtschaften geben muss. Und wenn das selbst unter schwierigsten Bedingungen auf dem Mars möglich ist, sollte hier auf der Erde allemal eine andere Form des Wirtschaftens und Zusammenlebens möglich sein.

Ich freue mich über mehrere Radio-Auftritt, darunter bei Flux FM 100,6, BLN.FM, Radio Teddy, im “Funkhaus Europa” von Radio Bremen, rbb und WDR sowie in Radio Eins und Radio Berlin 88,8 vom RBB, Radio Potsdam, Radio Paradiso und BB Radio (letztere online nicht verfügbar).

Ein kurzer Beitrag der dpa wurde unter anderem auf stern.de und auf der Website der “Süddeutschen” veröffentlicht.

Am 11. Januar berichtete auch das “Neue Deutschland” von meiner Bewerbung. Daraus zitiert:

Der Ruhm, als erste Mensch auf dem Mars zu stehen, bedeutet ihm nichts. Das Abenteuer lockt ihn nicht. Ihm geht es um ganz andere Dinge, um politische Fragen. Der junge Mann sieht eine historische Chance, die Fehler, die auf der Erde gemacht wurden, auf dem Mars nicht zu wiederholen und eine ganz neue, gerechte Gesellschaft aufzubauen. Das könnte dann Signalwirkung haben für die Erde, auch hier die scheinbar festgefahrenen Wege zu verlassen. Ethische Fragen ließen sich ebenso beantworten. Es besteht die Ansicht, die Reise zum Mars ohne Rückkehr sei nicht vertretbar und müsste verboten werden. Da sagt Newiak: »Wieso wird nicht verboten, dass eine Milliarde Menschen auf der Erde mit weniger als einem Dollar pro Tag auskommen müssen.«

Sicher würden die Lebensbedingungen auf dem Mars zunächst »absurd« hart sein, weiß Newiak. Die Forschungsstation wäre aber gewiss komfortabler als die Behausungen von Milliarden Menschen. So wie die Kosmonauten nie wieder woanders hin könnten, so können auch diese Erdenbürger nicht wegziehen. Sie sind bitter arm, haben keine Alternative. In seinem Bewerbungsvideo visualisierte Newiak seine Überlegungen mit einem Foto von einem Elendsviertel.

 

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6 Comments

  1. Ich will auch auf den Mars ich bin 20 Jahre alt und hab nichts mehr wofür es sich lohnt auf der Erde zu bleiben

  2. Hallo Denis,

    Hast du eine Ahnung wann es in 2014 die zweite Runde der Auswahl geben soll.
    Ich drücke dir natürlich dazu die Daumen.

    Viele Grüße, Gerion

  3. Mal etwas friedvollere (und wohlwollendere) Töne für den Lokalmatadoren:

    ” […] Nachdem das Teilnehmerfeld von über 200.000 Bewerbern auf einen Kandidatenkreis von 1.058 eingeengt wurde, steht fest, dass es auch ein Kandidat aus Potsdam in diese Endauswahl geschafft hat. Der Student Denis Newiak geht dabei sehr offen mit seinen Zukunftsplänen um und informiert auf seiner Website detailliert über seine Pläne und gibt auch Magazinen wie dem Stern bereitwillig Auskunft. […]”

    Liebe Grüße!

  4. Hallo Denis,
    Dein stetiges Streben nach immer weniger Bescheidenheit hat nun anscheinend einen bedauernswerten Höhepunkt erreicht. Ich finde es sehr traurig, lesen zu müssen, dass Du – wie so oft – unter dem Deckmantel des “unverbesserlichen Idealisten und ewigen Weltverbesserers” ein weiteres Mal – und nun sogar beinahe global – versuchst, Dich selbst ins rechte Licht zu rücken.
    Diese unsere Erde ertrinkt in Problemen, für welche hier und jetzt Lösungen gesucht und gefunden werden müssen. Ein Leben von 4 Astronauten auf dem Mars ab 2025 wird hierzu wohl kaum einen relevanten Beitrag leisten können. Die kurzfristigen Erfahrungen einer Handvoll Menschen in einer “Einöde” auf mehrere Milliarden Menschen in einer hoch entwickelten Welt mit tausenden Jahren Geschichte übertragen zu wollen, mutet nahezu lächerlich an.
    Die Teilnahme an der Marsmission mit der von Dir dargelegten und “gebetsmühlenartig” wiederholten Motivation zu begründen, erscheint somit weder sinnvoll noch glaubwürdig. Deine Gründe dürften also wohl andere, eher weniger selbstlose sein …
    Nichtsdestotrotz ist es immer wieder eine wahre Freude, Deine neuesten Projekte zu bestaunen. In diesem Sinne alles Gute für Deinen Run durch die Medien und viel Erfolg fürs weitere Selbstmarketing!
    Hochachtungsvoll,
    thcrown99

    • Hallo thcrown99!

      Vielen Dank für deinen Kommentar, den ich aber leider nicht richtig einordnen kann. Ich freue mich immer, wenn sich Leute an der Diskussion beteiligen und genehmige konstruktive Kommentare gerne, so lange sie nicht am Thema vorbeigehen und persönlich werden. Anscheinend kennst du mich sehr gut (“wie so oft”), ich dich leider nicht so sehr. Vielleicht kannst du dich outen, damit wir fair miteinander diskutieren können und auch ich dich besser kennenlernen kann?
      Trotz allem nehme ich gern auf deine Äußerungen Bezug. 1. Ich habe nur sehr beschränkten Einfluss darauf, in welcher Art und Weise ich nach thematischen Gesprächen durch die Presse dargestellt werde, möchte aber natürlich der journalistischen Darstellungsfreiheit so viele Freiheiten wie möglich einräumen. Ich selbst würde mich allein schon aus fachlichen Gründen nicht als “Idealisten” bezeichnen, sondern sehe mich in der Tradition eines historischen Materialismus, der heute aktueller denn je ist. 2. “Gebetsmühlenartig” erscheinen dir meine Äußerungen wohl, da du meine Bewerbung offensichtlich sehr aufmerksam verfolgst, was mich prinzipiell natürlich freut. Sicherlich wirst du Verständnis haben, dass ich meine tatsächliche Motivation nicht beliebig von Medium zu Medium ändern kann und möchte und dass die Leserinnen und Leser verschiedener Medien eine Chance haben sollen, meine tatsächlichen Beweggründe zu erfahren, ohne auf andere Quellen zurückgreifen zu müssen. 3. Auch wenn du auf das Projekt eine andere Perspektive hast als ich, musst du damit nicht meine Beweggründe abwerten und deine herablassend überordnen. Ich stehe dazu, dass wir für die globalen Gegenwartsprobleme schnell Lösungen finden müssen und dazu auch dieses Projekt ein Anlass sein kann, irdische Konflikte anzusprechen und kritisch zu beleuchte. Vielleicht kannst du der Leserschaft dabei noch eine faire Argumentation nachreichen, was daran “weder sinnvoll noch glaubwürdig” sein soll. Gern beteilige ich mich ehrenamtlich an diesen Prozessen, weil es mir ein wichtiges Anliegen ist, und jede Person, die mich wirklich ein bisschen kennt, weiß, dass ich mir davon keine persönlichen Vorteile verspreche – da gibt es wesentlich bequemere Wege.
      Ich möchte weiterhin zur inhaltlichen Diskussion und konstruktiven Kritik einladen, bitte aber davon, diese in Zukunft nicht mehr von anscheind individueller persönlicher Animosität überschatten zu lassen.
      Herzliche Grüße!
      Denis

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