Qualifiziert für die enge Auswahl potentieller Mars-Astronauten!

News zu meiner Bewerbung bei "Mars One"

News zu meiner Bewerbung bei “Mars One”

Mit meiner Bewerbung, an der ersten bemannten Mission zum Mars im Jahr 2025 teilzunehmen, habe ich mich beim niederländischen gemeinnützigen Projekt „Mars One“ für die nächste Runde qualifiziert. Von den über 200.000 internationalen Bewerber_innen, die sich mit Vorstellungsvideo und verschiedenen Motivationsschreiben um die Teilnahme an der Mission beworben hatten, wählte die Kommission von „Mars One“ 1.058 Personen aus, die nun in der engeren Auswahl stehen, an der privat finanzierten Mars-Mission teilzunehmen, wie „Mars One“ heute per E-Mail an die Qualifizierten mitteilte.

Gemeinsam mit den anderen ausgewählten Teilnehmer_innen werde ich im kommenden Jahr verschiedenen Tests und Simulationen unterzogen, die die generelle physische und mentale Tauglichkeit feststellen sollen. Im Anschluss werden die Kandidat_innen auf voraussichtlich sechs Viererteams reduziert, die ab 2015 ein Vollzeit-Training einschließlich wissenschaftlicher Ausbildung und Echtzeit-Simulation absolvieren werden, um sich auf die harschen Bedingungen auf dem Mars und die Reise dorthin vorzubereiten. „Mars One“ möchte den selbst kalkulierten benötigten Bedarf von sechs Milliarden Euro durch Werbung. Medienlizenzen und bereits laufendes „Crowd Funding“ decken. Der im Unterschied zu NASA- und ESA-Kalkulationen erheblich geringere Kostenaufwand resultiert aus dem Plan, dass die Astronaut_innen nicht vom Mars zurückkehren, sondern dort eine dauerhafte Forschungsstation bewohnen – einer der zentralen Kritikpunkte an dem Vorhaben.

„Mars One“ stellt für mich ein bisher einzigartiges Projekt dar, in welchem ich verschiedenste Ansätze zur Lösung zentraler Gegenwartsprobleme verwirklicht sehe: Zum Ersten liegt die praktische astronomische Forschung derzeit hinter ihren technischen Möglichkeiten, die eine bemannte Forschungsreise bereits heute möglich macht, während die staatlichen Raumfahrtagenturen eine solche Mission erst für die 2030er Jahre durchführbar; zum Zweiten handelt es sich um ein originelles Konzept, breite Bevölkerungsschichten aus aller Welt an der Durchführung der Mission zu beteiligen, beispielsweise durch die Live-Berichterstattung direkt vom Nachbarplaneten, was das Interesse für astronomische Zusammenhänge auf unterhaltende und spannende Weise erhöhen wird; zum Dritten erfordern Umweltzerstörung, Massenarmut und politisch-ökonomische Dauerkrise ein grundsätzliches Neudenken menschlicher Gesellschaft und damit auch die Bereitschaft zum Erproben neuer sozialer Systeme, wozu auch gehören sollte zu verstehen, wie eine Siedlung außerhalb der Erde dauerhaft funktionieren könnte – das wäre ein neuer Ansatz, die anhaltende Kluft zwischen Geistes- und Naturwissenschaften sukzessive zu überwinden, was mir ein persönliches Anliegen wäre.

Ich bin bereit, mich mit allen meinen Möglichkeiten an diesem einmaligen Projekt zu beteiligen. Dabei steht für mich weniger das „Abenteuer“ oder die Gewagtheit im Mittelpunkt, sondern die historische Chance, dass Menschen auf aller Welt gemeinsam an eine gemeinsame Sache arbeiten, die größer ist als jede_r Einzelne. Im weiteren Verlauf meiner Bewerbung bin ich auf die Unterstützung der Menschen aus meiner Heimat angewiesen. Im kommenden Jahr werde ich im Rahmen einer Veranstaltung über mein Vorhaben informieren.

Ich bin am 28. Dezember 1988 in Potsdam geboren, Medienwissenschaftler (BA) und Master-Student der Filmwissenschaft an der Freien Universität Berlin. Nebenbei bin ich freischaffend sowie aushilfsweise als Straßenbahnfahrer beim Verkehrsbetrieb Potsdam tätig.

Zur Pressemitteilung von Mars One zur Zweiten Runde auf mars-one.com …

Diese E-Mail des Mars One Selection Committee erreichte mich am 30. Dezember gegen 16 Uhr:

Auszug aus der E-Mail von Mars One vom 30. Dezember 2013

Auszug aus der E-Mail von Mars One vom 30. Dezember 2013

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4 Comments

  1. Lieber Denis,

    ich selbst könnte mir niemals vorstellen, meine Familie, meinen Freund und die Orte meiner Kindheit für immer hinter mir zu lassen. Dennoch bin ich maßlos fasziniert von diesem Projekt und verfolge das Ganze in den Medien.
    Ich wünsche Dir alles erdenklich Gute für Dein Vorhaben und dass Du alles gesund durch- und miterleben kannst.
    Es ist ja schon spannend, wenn ein Landsmann an dieser Mission teilnimmt, da fiebert man wirklich mit, keine Frage!
    Ich drücke Dir die Daumen und wüsche Dir, dass Du noch weiter in die engere Auswahl kommst.

    Liebe Grüße von Katja aus Mainz

  2. Gerald Brandes Graf v. Hindenburg

    Ich wünsche dir dass du es bis zum Mars schaffst und dort weiter machst! Sah es heute morgen auf N24. Toll!! Ich würde diese Reise auch machen, aber mit 47 und Herzschrittmacher wird’s nix mehr.. viel Glück! Gerald

  3. Joachim Pilarski

    Lieber denis,
    ich staune immer noch über deine nachricht. So sehr ich die mars-herausforderung als chance für die Erde/menschheit verstehen möchte, so sehe ich maximalprobleme heute, hier auf dem raumschiff erde, was mindestens die frage nach einem parallelprojkt zulässt. Andererseits ist der weg eine supergelegenheit werte/Zukunft zu thematisieren. Ich wünsche dir für 2014 und dieses projkt freude, Zukunft/Hoffnung, spannende Erkenntnisse
    Achim

    • Lieber Achim!
      Dir auch alles Gute und Schöne für 2014!
      Du hast vollkommen Recht und genau dieser Punkt ist mir wichtig: Wir müssen dieses Projekt als Chance begreifen, Gesellschaft und ihre “Krankheiten” besser zu verstehen — und zum Veränderungen zum Besseren zu diskutieren. Wie kann es sein, dass wir auf den Mars fliegen können, aber unzählige Menschen in tiefster Armut leben? Wie können manche in größter Dekadenz leben, während die Umweltzerstörung weiter zunimmt? Wenn wir diese Fragen auf dem langen Weg dieses Projekts nicht vergessen, werden wir viel gewinnen. Wenn wir auf den Mars fliegen können, kann die Menschheit auch andere vermeintlich “unerreichbare” Ziele erreichen: eine friedvolle, gerechte, demokratische, wirklich menschliche Welt. Das wäre was, oder?
      Liebe Grüße,
      Denis

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