Neues zum Bewerbungsverfahren: 663 Kandidat_innen warten auf Interview

(Bild: Bryan Versteeg/Mars One)

(Bild: Bryan Versteeg/Mars One)

In diesen Tagen hat “Mars One” neue Einzelheiten zum weiteren Verlauf des Bewerbungsverfahrens zur Teilnahme am vielleicht gewagtesten Projekt der Menschheit mitgeteilt: Die 663 Kandidat_innen um voraussichtlich 24 Ausbildungsplätze zur oder zum Mars-Astronaut_in sollen “in den nächsten Monaten” zu einem persönlichen Interview mit Norbert Kraft, dem “Chief Medical Officer” eingeladen werden. Zuvor hatte die Stiftung die Kandidat_innen informiert, dass sie während Ihres Interviews nicht nur zu ihrer individuellen Motivation, sondern auch stichprobenartig zu fachlichem Wissen und zu Kenntnissen um das Projekt selbst abgefragt werden. Außerdem sollen Menschen auf aller Welt die Möglichkeit bekommen, nach Verkündung des Auswahlergebnisses die Bewerber_innen und ihre Geschichte besser kennenzulernen und auch in das Auswahlgespräch selbst Einblick zu erhalten: Mars One bietet dazu Pressevertreter_innen an, exklusiv von den Interviews zu berichten. Über die aktuellen Entwicklungen halte ich hier auf dem Laufenden. Noch schneller erhalten ihr alle Neuigkeiten mit meinem Newsletter.

Presseschau vom 3. und 4./5. Januar

"Marsmensch" in den PNN, 3.1.14

“Marsmensch” in den PNN, 3.1.14

Anlässlich meiner Qualifikation für die zweite Runde bei “Mars One”, in welche ich von über 200.000 Bewerber_innen zusammen mit etwa 1.000 Kandidat_innen ausgewählt wurde, trage ich hier einen Teil der Presseberichterstattung zusammen. Kleiner Hinweis: Manche Links zu kostenlos einsehbaren Zeitungsartikeln können im Archiv der Anbieter inzwischen nicht mehr verfügbar sein. Die mir wichtigen Textstellen habe ich euch hier zusammengefasst.

In der Märkischen Allgemeinen Zeitung erschien am 3. Januar ein Artikel unter dem Titel “Aus der Straßenbahn in die Mars-Rakete”. Darin heißt es unter anderem:

„Die Idee hat mich fasziniert“, sagt Newiak. Schon als 13-Jähriger habe er seine Leidenschaft für Astrophysik entdeckt, als er Steve Hawkings „Universum in der Nussschale“ las. Bei der Marsmission gehe es ihm aber nicht um das Abenteuer. Newiak möchte nichts weniger als Geschichte schreiben, er will helfen, die Welt aus dem All heraus zu verändern. „Massenarmut, Umweltzerstörung, politisch-ökonomische Dauerkrisen, für all diese Probleme, die wir auf Erden haben, könnten wir Lösungen finden“, sagt er. Es gehe darum, eine politische Diskussion anzustoßen und zu testen, ob menschliches Leben auf dem Mars möglich sei. Dabei könne man auch die Kluft zwischen Natur- und Geisteswissenschaften überwinden.

 

 “Ohne Rückflugticket zum Mars” veröffentlichten die Potsdamer Neuesten Nachrichten ebenfalls am 3. Januar einen Artikel im Lokalteil für die Stadt Potsdam. Darin lautet es:

Stressresistenz wäre sicherlich angebracht, schließlich sollen die Menschen auf engstem Raum zusammenleben – bis zum Tod. Das Zusammenleben unter Extrembedingungen ist es auch, was den Studenten an dem Projekt mit am meisten fasziniert, wie er selbst sagt. „Ich glaube, dass die Mission wichtige Erkenntnisse für unsere Gesellschaft darüber liefern kann, wie das Zusammenleben auf engstem Raum und unter widrigen Umständen funktionieren kann.“ Zum Beispiel könne die Menschheit lernen, wie mit geringen Ressourcen Energie erzeugt oder Wasser gewonnen werden kann. Newiak, der sich selbst als politischen Menschen bezeichnet, denkt auch an globale Probleme wie Armut auf der Erde oder die Umweltzerstörung. Für ihn ist die Mission eine Art zweite Chance für die Menschen. „Aus den Fehlern der Vergangenheit können wir in der Zukunft auf der Erde wie auf dem Mars lernen“, meint er. An eine Kolonisation des Planeten in naher Zukunft glaubt er zwar eher nicht. Aber er ist der Meinung, dass das Projekt den Menschen weiterhelfen könnte – auch durch die technischen Neuerungen, die ein solches Projekt mit sich bringt. „Die Reise zum Mond brachte damals ja auch einen unheimlichen Innovationsschub mit sich“, sagt er.

 

“Wenn er Glück hat, lebt er bald auf dem Mars” heißt ein Artikel, den der Berliner Kurier am 3. Januar publizierte.

In der All-Erfahrung sieht der 25-Jährige eine große Chance. Nicht nur eine persönliche. Sondern vor allem die Möglichkeit, die irdischen Verhältnisse zu überdenken. „Wenn mich jemand fragt, ob ich mir ernsthaft vorstellen kann, auf so engem Raum zu leben, dann frage ich, wie manche Menschen auf der Erde leben müssen.“

 

Am 4./5. Januar berichtete auch die Berliner Zeitung über die Chance auf das “One-Way-Ticket zum Mars” (online nicht verfügbar).

Newiak ist durch Zufall im Internet auf die “Mars One”-Mission gestoßen. Er bewarb sich sofort. “Natürlich war die Begeisterung meiner Eltern erst einmal nicht gerade riesig”, sagt der Student. Wie erklärt man auch einer Mutter, dass man verreisen wolle, für immer, zum Mars. “Ich habe meinen Eltern aber erklärt, dass es mir nicht um ein Abenteuer geht. Ich will eine politische Botschaft rüberbringen”, sagt er. Man werde von der Marsmission schließlich viel lernen auf der Erde. “Man kann auf dem Mars wunderbar erforschen, wie man mit knappen Wasserressourcen umgehen muss, wie man mit geringsten Mitteln Energie erzeugen oder ohne Hierarchien leben kann”, erklärt Newiak überzeugt.

 

Korrekturen zu der Berichterstattung:

Die PNN hatten irrtümlicherweise berichtet, dass ich “im Hochschulparlament [engagiert]” bin. Tatsächlich war ich 2010/2011 Mitglied des Studierendenparlaments an der Universität Potsdam.
Die Berliner Zeitung hatte irrtümlicherweise berichtet, dass ich “im Sommer […] als Rettungsschwimmer und Einsatzsanitäter bei der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft [arbeite]”. Tatsächlich bin ich von der DLRG ausgebildeter Rettungsschwimmer und Einsatzsanitäter und ehrenamtliches Vereinsmitglied.